3. Sonntag der Osterzeit - 11.04.2021

Lk 24, 35-48


An Ostern war das Evangelium nach Markus zu hören. Am letzten Sonntag war Johannes dran und heute ist  LUKAS 24,35-48.

Immer wieder begegnen uns dort Gefühlsausbrüche von Angst und Schrecken bei den Jünger/innen. Aber auch die Aufforderung „Erschreckt nicht“, „Fürchtet euch nicht“!
Und bei allen Evangelien lesen wir immer wieder den Gruß und die Zusage Jesu: „DER FRIEDE SEI MIT EUCH“.

Auch im heutigen Evangelium stehen Erschrecken und Angst dem Friedensgruß Jesu gegenüber. Die Apostel hatten sich aus Angst vor den Juden eingesperrt hinter verschlossenen Türen. Da geht nichts rein und nichts raus.
So ist auch die lähmende Angst im Markusevangelium der Osternacht bei den Frauen, die im leeren Grab die Botschaft gehört haben, dass Jesus auferstanden ist: „Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich sehr.“
Nur langsam beginnen sie zu begreifen und zu spüren, dass dieser Jesus wirklich lebendig ist und wirkt. Drei Wege werden in diesem 24. Kapitel von Lukas angedeutet.
Zweimal heißt es da, dass ihnen Jesus den Sinn der Heiligen Schriften erschloss (bei den Emaus Jüngern unterwegs und auch im heutigen Evangelium). Sie haben also in der Bibel gelesen und darüber meditiert und sich ausgetauscht, um Wort dafür zu finden, was bisher unbekannt und unaussprechbar war. Das hat die Vorstellung der Realität erweitert.
Außerdem erzählen sie einander, wie sie erleben, dass Jesus da ist und wirkt und wie sie das erleben.
Und als drittes Erkennungszeichen spüren sie im Brechen des Brotes mit Jesu Worten vom letzten Abendmahl, dass er versprochen hat, bei Ihnen zu bleiben bis zum Ende der Welt. Und mit dem Kelch und Wein schließen sie bewusst immer wieder den Bund mit ihm.

Was hier vielleicht fremd und theoretisch klingt, ist die verdichtete Form der frühen Christen, in der sie uns erzählen, wie es ihnen ergangen ist und was sie erlebt haben. Es ist aber auch eine Einladung, es selbst zu probieren!!!
Es gibt also keine theoretischen Beweise und Begründungen. LEBEN MUSS MAN ERLEBEN!

Es ist der Geist Gottes selbst, der uns spüren und erkennen lässt, dass Jesus wirkt und lebt, wenn wir
- Einander sagen, was wir erleben und wie es uns geht und langsam SINN ahnen.
- Miteinander in den Bibel lesen und Worte und Lösungen und Kraft finden.
- Einander erzählen, dass etwas gelingt und gut wird und das Gute wächst.
- Im teilen von Brot und Wein unseren Bundespartner bei uns wissen dürfen.
- Im Gebet diesen Jesus immer wieder einladen:“Herr bleibe bei uns“ „Mein Herr und mein Gott“
- Und einander in Vergebung begegnen.
- ….

„Wenn wir das Brot des Lebens teilen in Jesu Namen, dann ist der Geist des Friedens unter uns“

Pfr. Benno Riether