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Gemeinden

In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden die zur Pfarrei Hl. Theresia Neustadt gehören.

St. Josef

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St. Johannes Königsbach

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St. Johannes Mussbach

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St. Marien

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St. Nikolaus Gimmeldingen

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Bildnachweis Kirchenfenster: Anke Sommer, Wörth

Das gemeinsame Schweigen in der Heiligen Messe

Liturgie ist eigentlich wesentlich gemeinsames Beten und Singen, aber auch gemeinsames Hören und Schweigen. Letzteres ist eher ungewöhnlich. Wer hält das heute noch aus? Ich kann doch nicht einfach so dasitzen! Was soll ich da tun? Kurz geht das ja noch, aber ein paar Minuten?

Manche haben es schon probiert und festgestellt, dass einem tausend Gedanken durch den Kopf schießen. Schweigen und still sein ist etwas aktives. Das ist nicht einfach nicht reden. Stille will gehalten werden. Das erfordert Konzentration und Kraft.
Dabei darf ich Dinge, die mir durch den Kopf gehen, auch zulassen. Es wäre falsch, sie zu verteufeln! Sie weisen mich vielmehr darauf hin, dass da etwas meine Aufmerksamkeit will. Das darf ich auch auf die Seite stellen, es wird später dran sein, jetzt nicht. Dann finde ich immer wieder in den Raum der Stille.

Still werden braucht Übung, wie so vieles im Leben. Das bewusste Ein- und Ausatmen hilft dabei. Beim Ausatmen gebe ich das mit, was hoch kommt. Beim Einatmen nehme ich ganz bewusst Gottes Nähe auf.

Die Stille bietet Gott einen besonderen Raum, in dem ER wirken darf. Da könnten Gedanken anderer eine Ablenkung sein, selbst dann, wenn sie treffend und gut formuliert sind und Gott aussagen. In der guten, gefüllten Stille ist nichts zwischen mir und Gott, da bin ich bei ihm und er bei mir. Er sucht dieses persönliche Gespräch. So will er mich finden.

Mir fehlt in unseren „normalen“ Gottesdiensten manchmal die Stille. Unheimlich viel kommt gewöhnlich auf uns zu: neue, vielleicht überraschende oder gar mich treffende Worte und solche die als Formeln immer wieder vorkommen, Sprachbilder blitzen auf… Da kommen Melodien an, Musik… Ich sehe den Raum, Licht und Schatten, Farben, Bewegungen, andere Menschen… Ich nehme riechend meine Umgebung wahr. Und auf all diesen Kanälen werden Erinnerungen geweckt…

Den Mund kann ich halten, meine Augen schließen, die Nase gewöhnt sich an (fast) alles – Gehörtem kann ich mich kaum entziehen. Es braucht die Stille.

Seit vielen Jahren begleitet mich ein Gebet von Jörg Zink:
Schweigen möchte ich, Herr, und auf dich warten.
Schweigen möchte ich, damit ich verstehe, was in deiner Welt geschieht.
Schweigen möchte ich, damit ich den Dingen nahe bin, allen deinen

Geschöpfen, und ihre Stimmen höre.
Ich möchte schweigen, damit ich unter den vielen Stimmen, die deine erkenne.

„Als die Dinge in der Mitte des Schweigens standen“, sagt die Bibel,
„da kam vom göttlichen Thron, o Herr, dein allmächtiges Wort.“

Ich möchte schweigen und darüber staunen, dass du für mich ein Wort hast.
Herr, ich bin nicht wert, dass du zu mir kommst, aber sprich nur ein Wort,

so wird meine Seele gesund.

Vielleicht gelingt es der einen oder dem anderen, mit der Stille vertrauter zu werden. Vielleicht findet sich Stille vor oder nach der Messe. Vielleicht auch zunächst im ganz persönlichen Rahmen, zu anderen Zeiten, an anderen Orten.

Michael Janson

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