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In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden die zur Pfarrei Hl. Theresia Neustadt gehören.

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Bildnachweis Kirchenfenster: Anke Sommer, Wörth

Kommunion des Wortes

Wer diese Rubrik häufiger liest, dem könnte auffallen, dass sich jene Gedanken wiederholen, die das Wort Gottes in seiner Bedeutung für den persönlichen Glauben hervorheben. Dann hätten Sie eines meiner Herzensanliegen erkannt. Und es ist gerade für diese Wochen wichtig, in denen wir mit vereinten Kräften versuchen, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen.

Unter der Überschrift „…und Gott sprach…“ haben die Schweizer Bischöfe im Dezember 2019 ein Hirtenwort zur „Würde des Wortes Gottes“ an Ihre Diözesen und Pfarreien gerichtet. Darin greifen sie Gedanken von Papst Franziskus auf, der seinerseits im Herbst 2019 die gesamte Kirche auf das Jahr 2020, das Jahr der Bibel einstimmen wollte. Dabei geht es in einem recht verstandenen Sinn um eine „Kommunion des Wortes“. Für katholische Ohren klingt das fremd. Kommunion hat für uns zunächst mit Brot, mit dem Brot des Lebens zu tun. Aber „Kommunion des Wortes“?

Jetzt aber macht die Corona-Pandemie einen wesentlichen Unterschied deutlich: Die Kommunion des Wortes steht unseren Gemeinden immer zur Verfügung, auf die Kommunion des Brotes müssen sie derzeit verzichten. Und das ist wahrlich kein schwacher Ersatz, sondern vielmehr ein gleich starker. Es ist ein anderer Weg, auf dem aber dieselbe Liebe Gottes bei uns ankommt. Die Bibel ist Ort der Begegnung mit dem einen Gott, der sich in seinem Wort selbst zu erkennen gibt. Es ist kein leeres Wort, sondern lebendiger Aufruf zur Begegnung mit Gott.

Alles ist durch das Wort geworden – so formuliert das Johannesevangelium in seinem ersten Kapitel. In der Fülle der Zeit ist es „Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut“ (Joh 1,14). Derselbe Christus verspricht am Ende der Bibel: „Ja, ich komme bald“ (Offb 22,20). Für jede und in jeder Zeit bleibt es ein schaffendes Wort.

Es ist derselbe Christus, der die Gläubigen im Wort nährt, und der in der eucharistischen Speise zu ihnen kommt. In Anlehnung an die Kirchenväter kann man deshalb von einer „Kommunion des Wortes“ sprechen.

Der Kirchenvater Origenes formuliert z.B.: „Das Wort Gottes ist unser Manna“; Ambrosius von Mailand: Leib Christi „sind die Überlieferungen der [heiligen] Schriften“. Und er fordert auf: „Auch du iss also die Speisen der himmlischen Schriften, … iss, damit du die Speise der himmlischen Worte von dir gibst“.

In diesen Wochen bleibt uns nicht viel anderes übrig, als eine lebendige und horchende Beziehung zum Wort Gottes zu pflegen. Diese ist Papst Franziskus ein großes Anliegen. Er erinnert daran, dass der Auferstandene nie aufhört, „das Wort und das Brot in der Gemeinschaft der Gläubigen zu brechen“. Deshalb „müssen wir zu einer ständigen Vertrautheit mit der Heiligen Schrift gelangen, sonst bleibt das Herz kalt und die Augen verschlossen“.

Lassen Sie sich doch auf diese - für manchen vielleicht schmerzhafte - Kommunion des Wortes ein. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie können die Schrifttexte unserer Gottesdienste im Schott-Messbuch finden: für die Werktage (derzeit Bd. I von zwei Bänden) und in dem für die Sonntage (derzeit Lesejahr A von 3 Lesejahren). Oder sie greifen im Internet auf die folgende Adresse zu: https://erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html  Sie können sich das auch als App herunterladen.

Eine andere Möglichkeit ist der ökumenische Bibelleseplan, u.a. beim Katholischen Bibelwerk e.V. zu finden. Wenn Sie diesen ökumenischen Weg verfolgen, haben Sie in 4 Jahren Zeile für Zeile das gesamte Neue Testament gelesen. Im Laufe von 8 Jahren wandern Sie auch durch das gesamte Alte Testament.

Und eine ganz andere Variante: Sie fangen einfach in der Bibel mit Lesen an. Eines der synoptischen Evangelien könnte am Beginn stehen: Mk, Mt und Lk. Manche fangen einfach auf der ersten Seite der Bibel beim Buch Genesis an. Warum auch nicht? Oder Sie beginnen mit dem Buch der Psalmen, also wirklich betend. Wichtig ist: nicht sich verbeißen, wenn Sie etwas nicht verstehen, und schon gar nicht aufgeben. Vielleicht finden Sie Menschen, denen Sie Fragen stellen können. Insgesamt bin ich mir sicher: der Geist Gottes wirkt in Ihnen, er wird Sie leiten. Und Sie werden Geschmack bekommen an der Kommunion des Wortes.

Michael Janson

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