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In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden die zur Pfarrei Hl. Theresia Neustadt gehören.

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Bildnachweis Kirchenfenster: Anke Sommer, Wörth

Monatslieder aus dem Neuen Gotteslob

Monatslied Februar 2020

Die ihr auf Christus getauft seid... (GL 488)

Melodie und Satz unseres Monatslieds führen uns an die Schwelle zur ostkirchlichen Liturgie. Wir beugen
uns etwas vor, wir hören und schnuppern hinein.
Einfache Melodien und ebensolche Harmonien machen den Reiz dieser Gesänge aus. Die Vielfalt einer Pfarrei und deren Harmonie könnten sich darin ablesen und vertiefen lassen. Das verbindet sich hier mit kurzen
Texten zum Thema Taufe.
Ich bin zuversichtlich, dass wir gut in die Vierstimmigkeit finden.

Monatslied Januar 2020

Der du die Zeit in Händen hast... (GL 257)

Übergänge kennen wir aus dem Leben und dem Jahreslauf. Den Jahreswechsel greift unser Monatslied auf. Klare und tiefgehende Worte hat Jochen Klepper gefunden, die nach einer Betrachtung in ruhiger Stunde
verlangen.
Jochen Klepper war evangelischer Schriftsteller und Journalist und mit einer jüdischen Frau verheiratet, die beiden hatten eine gemeinsame Tochter. Die Entstehungszeit – 1938 – lässt schon ahnen, wer sein
Dasein geprägt hat. Als er 1942 auf seine Frau und seine Tochter die Verhaftung zukommen sah, wählte die Familie gemeinsam den Freitod.
Weitere Texte von ihm finden sich unter den Nummern: 99, 220, 254, 429 und 509.

Monatslied Dezember 2019

Wir ziehen vor die Tore.. (GL 225)

„Draußen“ ist ein Stichwort, das sich durch alle drei Strophen unseres adventlichen Monatsliedes zieht. Draußen begegnen wir dem Herrn. Draußen wird er gekreuzigt. Draußen kommt er auf die Welt, weil Türen verschlossen waren. Steht für die draußen ein!, sagt er. Man könnte meinen, Papst Franziskus hätte schon mit seiner Aufforderung, an die Ränder zu gehen, Pate gestanden.
Text und Melodie entstanden Mitte der 60iger Jahre in der DDR. Dabei hat ein Gedicht aus dem 2. Jahrhundert (!)den Text inspiriert. Text und Melodie gliedern sich in 3 Doppelzeilen. Die erste Hälfte hat jeweils dieselbe Melodie, die zweite verläuft leicht variierend.

Monatslied November 2019

(GL 201,1)

Unser Monatslied November entfaltet „das Geheimnis des Glaubens“.
Mitten im Hören des Hochgebets lädt der Priester die Gemeinde zum Bekenntnis ein: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“
Mit dem Monatslied haben wir eine Alternative zu der bekannten Melodie. Die neue ist einfach, sie schwingt in vier Tönen, ein ruhiger Rhythmus mit Pausen zum Atmen, eine Einladung zur vertiefenden Betrachtung.
Peter Janssens hat diesen Ruf komponiert als Teil seiner Messe „Wir haben einen Traum“. Das Lied „Die Sache Jesu braucht Begeisterte“ gehört dazu und „Andere Lieder wollen wir singen“ auch. Die durch das Konzil erneuerte Liturgie brachte unter anderem durch Piet Janssens das neue geistliche Lied auf den Weg.

Monatslied Oktober 2019

(GL 529)

Diesen Monat ist unser neues Lied nur ein kurzer Ruf, der Beginn des Ave Maria.
Der Text hebt an mit dem englischen Gruß, den Worten des Engels bei der Verkündigung. Der zweite Satz, das „Du bist gebenedeit unter den Frauen“, führt in die Begegnung Mariens mit Elisabeth. Gerne nehmen wir
diese beiden Grüße auf und hoffen, dass der Rosenkranzmonat hinreichend Gelegenheit bietet, diesen Ruf zu erlernen.
Denn, wie immer bei einer gregorianischen Melodie: sie wirkt erst, wenn wir sie verinnerlicht haben.

Monatslied September 2019

(GL 447,2.)

Die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben. – Es sind Gedanken aus zwei Psalmen, die den Text unseres Monatslieds (447, 2.) bilden. Diese Worte sind Antwort auf die Bitte Öffne meine Augen, dass sie sehen die Wunder an deinem Gesetz (447, 1.). Ja, schon die Suche Gottes lässt das Herz aufleben, nicht erst ein Ihn-gefunden-Haben.
Das Lied ist als Kanon zu vier Stimmen komponiert. Mit einer einzigen Melodie können wir vierstimmig singen, das macht den Kanon so wertvoll. Breite punktierte halbe Notenwerte deuten die Suche. In diese Dreiviertel kommt beim aufgehenden Herzen Bewegung,
das Leben pulsiert.
Die einfachen und klaren Harmonien sollten in den Kirchen gut klingen, sodass das Kanon-Lied uns ansprechen und anleiten dürfte.

Monatslied August 2019

Herr, nimm auch uns zum Tabor mit (GL 363)

„Herr, nimm auch uns zum Tabor mit….!“ - Welch eine Bitte, die in unserem Monatslied ausgesprochen wird! Ist es denkbar, dass wir heute noch mitgenommen
werden?
Ich bin überzeugt: die Verklärung Jesu geschieht häufiger, da, wo Menschen durch-blicken, wo sie ihr Leben aus dem Glauben überblicken und verstehen.
Wenn sie begreifen, was in der Auferstehung Jesu Christi über Lebensgrenzen und Tod hinweg geschenkt ist – da sind sie auf dem Tabor, sie hören und sehen…. „Wir wollen drei Hütten bauen…“, wollen bleiben, möglichst für immer – eine verständliche Sehnsucht. Aber nein, es geht wieder hinab in die Niederungen des Alltags. Solche Ein-Sichten sind begrenzt. Sie wirken jedoch über sich hinaus.
Die Melodie greift den Inhalt auf. Wer von ihm kommt, dem fällt es leichter, die Sprünge zu bewältigen, der fällt nicht auf den Hinweis in der Fußnote herein, eine vertraute Melodie alternativ zu nutzen. Dem wird die sperrigere Melodie zu einem inhaltlichen Impuls.
Nach einigen Jahren des Miteinander-Lernens bin ich mir sicher: dem Neuen werden sich unsere Gemeinden stellen und es annehmen! - Ich nutze die Gelegenheit und danke ihnen allen dafür!

Monatslied Juni 2019

Jesus Christus, guter Hirte.. (GL 366)

Einen Liedtext zu schreiben ist eine Kunst für sich, noch dazu, wenn es ein religiöser Text sein soll. Selten gelingt das heutzutage. Unser aktuelles Monatslied aber ist ein gelungenes Beispiel dafür.
Schwester Adelgart Gartenmeier, eine Dillinger Franziskanerin, hat vor gut 20 Jahren ein ganzes Kaleidoskop biblischer Bilder zu einem Liedtext gefügt. Die Spiritualität des Singenden wollte sie damit anregen. Ein weites biblisches Panorama öffnet sich.
Die Melodie wurde unabhängig von diesem Lied vor gut 10 Jahren von der aus Usbekistan stammenden Kirchenmusikerin Kamilla Usmanova komponiert.
Eigentlich müsste zumindest eines der vielen Bilder für jeden jeden Tag ansprechend sein…

Monatslied Mai 2019

(GL 320)

Unser Monats-Lied - eine sogenannte Sequenz - lenkt den Blick in die Musikgeschichte. Bis kurz vor dessen Entstehung mussten Melodien allesamt auswendig gelernt werden, da es noch keine Notenschrift gab.
Man half sich, indem man Texte erfand und so längere Jubel-Melodien im Gedächtnis „festbinden“ konnte. Zu den Melodien entwickelten sich dann auch inhaltsreiche Texte. Die so entstandene Ostersequenz verbindet
theologische Gegenüberstellungen (Das Lamm hat die Schafe freigekauft….) mit erzählerischen Elementen (Was hast du gesehen, Maria?). Schon fast 1000 Jahre wird diese Sequenz gesungen - ein Zeichen für
musikalische Qualität. Eignen wir uns diesen Gesang an, damit er nicht verloren geht!

Monatslied April 2019

Geborgen in dir Gott... (GL 824)

Geborgen sein – das prägt unser Dasein im Mutterschoß. Mit der Geburt wird diese Erfahrung zunächst erschüttert, dann aber - hoffentlich - neu aufgebaut. Nach und nach wächst das Vertrauen, dass auch in der oft kalten Welt jemand für mich da ist: Mutter und Vater, Geschwister und andere, die Umwelt und nicht zuletzt auch der liebe, aber unsichtbare Gott. Auch wenn jemand hart im Leben landet – wenn Vertrauen grundgelegt ist, ist die Basis gelegt, einen guten Weg zu finden.
Unser Monatslied erzählt von diesem Geborgen-Sein und von Gelegenheiten, zu denen ich es auf Gott hin erleben und auffrischen kann. Die Melodie ist überaus eingängig, sie vermittelt Zärtlichkeit und Kraft.

 

Monatslied März 2019

Du Sonne der Gerechtigkeit (GL 269)

Wir haben es wieder einmal mit einem Lied zu tun, das schon im alten Gotteslob stand, aber in den Gemeinden nicht allgemein bekannt ist. Im alten GL stand es als Hymnus beim Morgenlob, der Laudes. Jetzt ist es in besserer Übersetzung der österlichen Bußzeit zugeordnet. Das Warten auf den Sonnenaufgang wird zu einer alltäglichen Vorahnung auf den Ostermorgen. Besonders die dritte Strophe spannt diesen österlichen Bogen.
Melodie und Tonart (dorisch) lassen gregorianischen Choral anklingen. Wieder werden wir feststellen: solche Melodien wollen erst erobert werden. Dann aber entfalten sie in ihrem an der Sprache orientierten Fluss einen wunderbar einnehmenden und sich gleichzeitig zurücknehmenden Charakter.

 

Monatslied Februar 2019

Du senkst voll Liebe deinen Blick in meinen…(GL 856)

"Du senkst voll Liebe deinen Blick in meinen…" ist ein eucharistisches Gebet der Hl. Edith Stein. Die Melodie stammt von Jutta Bitsch, einer Münsteraner Kirchenmusikerin.
1891 in Breslau als Jüdin geboren studierte Edith Stein Psychologie, Philosophie, Geschichte und Germanistik in Breslau, Göttingen und Freiburg. Trotz ausgezeichneter Promotion wurde sie nicht zur Habilitation zugelassen – weil sie eine Frau war.
Nach der Lektüre der „Inneren Burg“ der Hl. Theresia von Avila stand für sie fest: „Das ist die Wahrheit“. Sie ließ sich in Bad Bergzabern taufen und später in der Kapelle des Bischofshauses in Speyer firmen. Zunächst wurde sie Lehrerin bei den Dominikanerinnen in Speyer, dann Karmelitin in Köln. Sie wechselte nach Echt, Holland, um den Nazis auszuweichen. Trotzdem wurde sie verhaftet und in Auschwitz
ermordet.
Über diese eucharistische Meditation zu schreiben würde den Text zerbrechen. Meditieren Sie ihn doch bitte….

 

Monatslied Dezember 2018

Ich steh an deiner Krippe hier (GL 256)

“Ich steh an deiner Krippe hier“ kennen wir doch schon! Es hatte im „alten“ Gotteslob eine andere Melodie. Jetzt singen wir nach J.S. Bach. Seine mollgefärbte Melodie führt uns leichter zu jener Innerlichkeit, von der der Text spricht. Der klingt für uns fast zu süßlich. Aber er greift Impulse der Zisterzienser und Franziskaner auf, die im hohen Mittelalter die sog. Spiritualität der Compassio pflegten, des Mitleidens mit Christus. „Es ist in jedem Worte ganz außerordentlich gefüllt und schön“ schreibt Dietrich Bonhoeffer im Advent 1943 aus der Gefängniszelle der Nazis zu diesem Lied (Widerstand und Ergebung, S. 97).
5 Jahre nach dem Ende des 30-jährigen Krieges hat Paul Gerhard den Text. Das Lied hat 15 Strophen. Nur 4 haben im Gotteslob Platz gefunden, bei den Protestanten finden sich immerhin 9. Eigentlich schade! Die 14. Strophe (bei den Protestanten die 9.) drückt die Innerlichkeit schön aus: „So lass mich doch dein Kripplein sein: / komm, komm und lege bei mir ein / Dich und all deine Freuden.“ - Eine schöne Bitte dem Menschgewordenen Gott gegenüber!

 

Monatslied November 2018

Gottes Stern, leuchte uns... (GL 259)

Ja ist denn schon Dreikönig? Ist Weihnachten schon vorbei? – So werden Sie vielleicht fragen. Ganz praktisch gedacht: für den einen Tag am 6. Januar ein Monats-Lied vorsehen – das macht wenig Sinn. Und wir waren doch mit dem Stern das ganze Jahr unterwegs und sind angekommen am Ende des Kirchenjahres, einer Adventszeit. Er ist schon erschienen - wir warten auf seine Wiederkunft

Lassen Sie sich von den Licht- und Dunkel-Bildern dieses Liedes anregen. Der Stern Gottes will uns leuchten, uns zeigen, uns leiten. Unter dem Stern Gottes befinden wir uns auf dem Weg durch die Zeiten hin zur endgültigen Erscheinung des Retters. Die Melodie der letzten beiden (dann auch wiederholten) Takte führt uns durch eine ganze Oktav und darüber hinaus - aus den Niederungen der Welt und des Todes zu Gott hin. Weil wir den Stern gesehen haben, kommen, beten und glauben wir voll Freude.

Monatslied September 2018

Die Nacht ist vergangen... (GL 83)

Zum Morgenlob führt uns unser neues Monatslied. Der Text geht auf Schweizer Benediktinerin Silja Walter zurück. Die Nacht vergeht, der Tag erwacht und mit ihm die Schöpfung. In der aufgehenden Sonne begegnen wir dem Auferstandenen, dem Kyrios. Wir schauen voraus auf seine Wiederkunft.
Die Taube in der 2. Strophe könnte an die erinnern, die Noach aus der Arche fliegen lässt. Der Ölzweig, den sie bringt, deutet den österlichen Gruß Jesu Christi an. Die Taube könnte aber auch für die Stimme der geliebten Braut stehen, von der das Hohelied erzählt.
Die Melodie - bei den Benediktinern in Münsterschwarzach entstanden - nimmt den Text auf und führt schlicht und ruhig hin zu Christus, dem Kyrios. Haben wir diese erst verinnerlicht, wird sie uns ergreifen.

 

Monatslied August 2018

Der Erde Schöpfer und ihr Herr... (GL 469)

Unser Monatslied ist ein Schöpfungslied. Die ersten beiden Strophen führen direkt zum dritten Schöpfungstag, zur Bereitung fruchtbaren Bodens: Meer und Land sind voneinander geschieden, jetzt ist fester Grund gegeben, aus dem es sprießen, der uns nähren kann. In der dritten Strophe dann eine Wende ins Innere des Betenden. Etwas unvermittelt klingt die dreimalige Verleugnung des Petrus an. Durch die Hingabe des Erlösers werden seine Tränen gleichsam zum Tau der Gnade.
Die Melodie in der für ein Schöpfungslied etwas ungewöhnlichen äolischen Tonart entfaltet sich in einem beschwingten 3-er-Rhythmus. 

 

Monatslied Juni 2018

Lauda, Jerusalem, Dominum! (GL 857)

Lourdes-Atmosphäre klingt in unserem Monatslied an. Und mehr: der ganze Psalter. Die Verse nehmen den letzten der 150 Psalmen auf: Lobt Gott wegen seiner machtvollen Taten, wegen der Fülle seiner Größe! Lobt ihn mit Hörnern, Harfe und Leier, mit Trommel und Reigentanz, mit Saiten, Flöte und Zimbeln. Alles was atmet, lobe den Herrn!
Warum eigentlich ist das Gotteslob wichtig und sinnvoll? – Gott ist unsichtbar, verborgen und dennoch gegenwärtig. Gefühlt hält er sich zurück. Er handelt nicht nach unserem Mund. Und dennoch wirkt er, aber auf seine Art. Denn er ist Gott. Ihn zu loben holt ihn her, lässt ihn in die je eigene Wirklichkeit sprechen, vergegenwärtigt ihn, aber auf seine Weise.
Es ist gut und heilsam, sein Wirken mit jedem Atemzug zu verbinden, von Pause zu Pause, in melodischen spannenden Bögen…

 

Monatslied Mai 2018

O Maria, sei gegrüßt (GL 523)

Ein Marienlied des alten „Gotteslob“, das ein Schicksal mit einigen anderen Liedern teilt: es wurde kaum gesungen. Wahrscheinlich wurde es von altbekannt fröhlichen Marienliedern einfach verdrängt. Schade! Denn die Melodie hat wiederum etwas nach Innen führendes, sie trägt Text und Inhalt. Zwei der drei Strophen geben die Worte der schwangeren Elisabeth wieder, als die ebenso schwangere Maria sie besucht. Im 11. Jahrhundert hatte sich diese Begegnung im Gebet des „Gegrüßet seist du, Maria“ geformt. Im Rosenkranz wird dieses Mariengebet zu einer Christusbetrachtung: die verschiedenen Gesätze malen den Weg der Erlösung. Und dies führt zur dritten Strophe, zum Ausblick auf die eigene Todesstunde.

 

Monatslied April 2018

„Freud über Freude…“ (GL 725)

Freud über Freude, da alle mir sagten: zum Hause des Herrn woll’n wir ziehen. Ein Liedtext, der sich eng auf ein Psalmengebet bezieht, auf Psalm 122, ein Wallfahrtslied. Ein Text, der die Wallfahrt zum Tempel begleitet und deutet. Friede in deinen Mauern, Überfluss in den Palästen, ein fester Stand, Lebens-Worte… Gott selbst wird dem Beter zur Speise. – Dies könnte unser heutiges Zusammenkommen begleiten und deuten, den Kirchgang. Warum nicht so mich selbst einstimmen…

 

Monatslied März 2018

Kreuz, auf das ich schaue… (GL 270)

Das Kreuz –Schmuckstück oder Glaubenszeichen? Für uns auf jeden Fall letzteres! In ihm fließen Leben und Sterben Jesu zusammen. Das Zeichen seiner Hingabe deutet Ostern, Auferstehung an.
Der Text unseres Monatslieds führt uns zum Kreuz als Hoffnungs-, als Lebenszeichen. „Betrachtung des Kreuzes am Morgen eines neuen Tages“ – diese Überschrift schlägt Meinrad Walter vor, er ist Musikwissenschaftler und Theologe in der Erzdiözese Freiburg.
Text und Melodie stammen von noch lebenden Autoren. Die Komposition verläuft fast ausschließlich in einem 2/2-Takt, einem ruhigen Duktus also. So gehen wir durchs Leben - Schritt für Schritt. Der vorletzte Takt aber fällt in einen 3/2–Takt, unser Tritt wird unterbrochen. Eine schöne Anregung: im Kreuz Jesu wird das Kreuz überwunden. Der Glaube daran holt mich aus dem natürlichen Trott, er verändert mein Leben und meinen Rhythmus, das mündet in einen beschwingten 3-er-Takt und kommt dann in der Schlussnote zur Ruhe.

 

Monatslied Februar 2018

„Tanzen, ja tanzen wollen wir und springen, tanzen vor dem Herrn…“
(GL 462)

Das gilt vielleicht für Kinder, nicht aber für Erwachsene! Aber sind nicht auch sie Kinder Gottes? Warum nicht mit dem Körper, mit Händen und Füßen bewegt, beten?

Eigentlich ist das gut biblisch! Nach der Rettung am Schilfmeer schlug Mirjam die Pauke und tanzte vor den Geretteten her. Das gehört zu jeder Osternacht! Und als König David die Bundeslade nach Jerusalem brachte, tanzte und sang er zusammen mit dem ganzen Haus Israel vor dem Herrn. Psalm 149 empfiehlt in aller Ausgewogenheit: „Seinen Namen sollen sie loben beim Reigentanz, ihm spielen auf Pauken und Harfen“. Es muss ja nicht jeder alles mitmachen, aber anderes zulassen und würdigen. Eine ganz andere Perspektive bietet schließlich der Kirchenvater Augustinus:

„Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen!“

Der Text stammt von Lothar Zenetti (geb. 1926). Er ist Priester der Diözese Limburg, war Jugendseelsorger und dann lange Pfarrer in Frankfurt – Sachsenhausen.

Die Melodie hat der Kölner Musiker und Theologe Norbert Caspers (geb. 1954) vor 30 Jahren komponiert.

Und gesungen wird es u.a. in der Pfalz!

 

Monatslied Januar 2018

Heilig, heilig…. (GL 749)

Wieder ein „Sanctus“-Lied zum Jahresbeginn.
Der Abschnitt aus Jesaja 6, die Berufung des Propheten Jesaja, ist u.a. Lesung am Nikolaustag, da kommen die ersten Worte des Sanctus vor. Jesaja sieht den HERRN auf seinem Thron; der Saum seines Gewandes füllt den Tempel; die Serafim rufen einander zu: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt.“
Durch unseren Gesang nach der Dankgesang der Präfation und vor der Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu öffnen wir gleichsam den Raum dieser Gotteserfahrung. Wir stimmen uns ein auf das, was da an uns und in unserer Mitte geschieht. Wir erinnern die Heiligen, in denen sich Gott mitten in der Welt kundtut. Und wir begreifen uns als Tempel, in denen der Geistes Gottes Wohnung nehmen möchte. Es singt um uns herum und in uns, um in uns zu klingen: der Herr erfüllt Himmel und Erde mit seiner Herrlichkeit…

 

 

Monatslied Dezember 2017

Gott, heilger Schöpfer aller Stern… (GL 230)

Dass Kirchenmusiker und Theologen unser Monatslied für den Advent als
Konditor-Lied bezeichnen, hängt schlicht am Lateinischen Beginn: „Conditor alme siderum“. Ein Hinweis zum Schmunzeln, der auch hier einmal öffentlich werden darf.
Es stand schon im alten Gotteslob, ist aber noch nicht richtig in den Gemeinden angekommen. Das hängt an folgendem: die Melodie ist sehr alt (im 10. Jhdt bereits bezeugt); sie ist einer Kirchentonart geschrieben (im 4. Ton, also hypophrygisch); und sie beschränkt sich auf den Umfang von 6 Tönen. Das Lied klingt karg und ernst und ist gar nicht eingängig. Aber nach und nach erschließt sich dieses Lied in seiner Schönheit.
Der Text bringt den zweifachen Advent ins Gespräch: den zur Zeitenwende und den am Ende der Zeit. Beides ist Inhalt der Zeit auf Weihnachten hin. 

 

Monatslied November 2017

Christuslob für die Heiligen (GL 548)

Unser Monatslied für den November entstand in England. Das neue Gotteslob bietet uns ja einiges von dort, man spürt die große Tradition des gemeinsamen Singens in der anglikanischen Liturgie. Der von unserem Kirchenchor immer gepflegte „Evensong“ ist von diesen Wurzeln inspiriert.
Der Liedtext stammt aus der Feder von William Walsham How (1823 - 1897), einem Geistlichen der Kirche von England. Gut 100 Jahre später wurde er ins Deutsche übertragen und von 11 auf 5 Strophen gekürzt. Die Melodie schrieb Ralph Vaughan Williams (1872-1958), Organist, Komponist und Dirigent. Er beschäftigte sich intensiv damit, englische Volkslieder zu sammeln. 1906 gab er ein neues Kirchengesangbuch heraus: The English Hymnal. Biblische Hintergründe und ein sinfonischer Stil prägten seine Kompositionen.
Das Lied führt uns zum Dank an Jesus Christus für die Heiligen, für ihr Vorbild und die stärkende Gemeinschaft mit ihnen. Im Gottesdienst verbinden wir uns mit ihnen. Sie sind schon vollendet, wir leben noch angefochten - geleitet durch sie - mitten in der Welt. Gerade im November ist dieser Ausblick notwendig und hilfreich. Das Lied könnte uns gut durch den Totenmonat begleiten und ihm eine Glaubensperspektive geben.


Monatslied Oktober 2017

Unser Monatslied: Groß sein lässt meine Seele den Herrn… (GL 879)

Dieses Marienlied bietet uns eine Umschreibung (Paraphrase) des „Magnifikat“. Sie stammt von dem Münchener Liederschreiber Martin Schraufstetter.
Der Lobgesang der Maria (Lk 1, 46–55) - ausgesprochen im Gegenüber zu Elisabeth – geht zurück auf das Lied der Hanna (1 Sam 2, 1-10). Sie war alt und kinderlos. Sie wurde gedemütigt, zuletzt durch den Priester Eli. Durch ihn erfährt sie, dass Gott ihr Schicksal wenden wird. Nach der Geburt Samuels kommt sie dorthin zurück, wo sie einst ihr Herz ausgeschüttet hatte, um Gott Lob zu singen.
Eine tiefe Kraft steckt im Magnifikat. Es „ist das leidenschaftlichste, wildeste, ja man möchte fast sagen revolutionärste Lied, das je gesungen wurde“, sagt Dietrich Bonhoeffer. Für ihn spricht hier eine „leidenschaftliche, hingerissene, stolze, begeisterte Maria“. Häufig hat es Menschen in ausweglosen Situationen aufgerichtet.
Solche Härten hat unser Monatslied hinter sich gelassen, man hört sie nicht mehr. Im Blick auf den Gekreuzigten dürfen wir uns die Freiheit zum Jubeln nehmen. Dies kommt letztlich aus dessen Erniedrigung und dem kraftvollen Handeln Gottes an ihm.
Der Refrain wird gut ins Ohr gehen. Die Strophen werden eine leichte Zunge und bewegliche Lippen verlangen und uns fordern. Aber die Melodie wird uns mitnehmen….


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