St. Bernhard

Die St. Bernhards-Kirche gebaut von den Architekten Disson und Ritzer (Neustadt) wurde am 20.08.1995 geweiht. Die Kirche hat keinen Turm, sie steht mitten im Wohngebiet, ragt nicht aus der Umgebung heraus. passt sich ins Stadtviertel ein. Von der Eingangstür zur Kirchentür läuft der Besuchende über ein Pflaster - ein alltäglicher Weg. In den Fenstern sind Wellen und Linien, gestaltet von Renato Santarossa. Das Blau erinnert an Wasser, das Gelb an Licht und das Weiß an die Luft, die uns und unsere Welt geheimnisvoll umgibt. Auf der Außenseite des Weges, fast gegenüber der Kirchentür, die Taufkapelle. Sie ist rund und überwölbt. Das mächtige Blau, wie der Himmel, strömt die Wand hinab und geht über in Weiß. Die Farben strömen hinab bis zur Erde. Der Himmel kommt auf die Menschen herab. Er geht über allen auf - und auf alle über. Acht rechteckige tiefe Fenster lassen über dem Boden Licht ins Rund der Taufkapelle einfallen. In der Mitte steht ein uralter Eichenstamm. Dieser trägt die Taufschale aus Bronze.

Der Kirchenraum ist fast rechteckig, der Blick wird gefangen vom Kreuz über dem Altar - das Kreuz aus Holz, der Corpus aus Eisenguss, an Stricken hängend. Das Kreuz beseht aus dünnen Balken. Am rechten Arm ist der Gekreuzigte festgenagelt und gebunden. Seine Linke ist von dem Strick befreit und streckt sich über den Balken hinaus weit nach oben. Der Künstler, Thomas Dudenhöfer, hat Jesus jugendlich, dynamisch-spannungsvoll dargestellt. Er kennt den Schmerz, aber auch die Freiheit. Dieser Jesus ist zugleich der Gekreuzigte und Auferstandene. Ja, Auferstehung findet auch hier in unserem oft leidvollen Leben statt.

Dieses Kreuz ist die bestimmende Mitte des Kirchenraumes. Als Christen glauben wir, Jesus Christus ist mitten in der Gemeinde, die in diesem Raum feiernd versammelt ist. Er lebt mitten unter uns. Der Gekreuzigte ist von den Banden des Todes befreit. Sein Tod ist gleichsam „ausgelöscht“, „durchgestrichen“; deshalb sind die Seile, an denen das Kreuz hängt, in X-Form angeordnet. Der Auferstandene hat Schmerz und Leid überwunden, davon erzählen die dünnen Kreuzbalken. Das Kreuz hängt vor einer Wand mit der schönsten Farbe: einem lebendigem, lichtvollen Gelb. Jesus zeigt mit dem ausgestreckten Arm den Weg, den wir mit und zu ihm gehen dürfen: den Weg in die Herrlichkeit des himmlichen Vaters . Das ist unser Lebensziel als Christen.

Ein Metallstreifen geht von der Taufkapelle durch die hintere Wand, durch die Bänke nach vorn, er führt zum Altar bis hin zum Osterleuchter. Er trägt das ganze Jahr hindurch die in der Osternacht geweihte größte Kerze in der Kirche als Zeichen der Gegenwart des Auferstandenen. Der Metallstreifen verbildlicht, dass das Leben mit dem Auferstandenen in seiner Herrlichkeit unser Lebensziel ist. Aber schon jetzt sind wir mit ihm unterwegs.

Die einfachen Materialien unserer Zeit wie Eichenholz, Eisenguss, Metallstreben an der Decke usw. sind auch in Werkhallen und anderen Gebäuden zu finden. Sie erinnern uns daran: wir leben als Christen in unserer konkreten Welt. Der Gottesdienst hat mit unserer Welt und unserem Leben zu tun: Betend und feiernd tragen wir unser Leben, unsere Freuden und Sorgen vor Gott.

(Auszüge aus der meditativen Erschließung der St. Berhards-Kirche von Pfarrer Roland Huber)

Unsere Kirche können Sie sich auch mit einem 360° Panorama von Armin Huck ansehen. Hierzu klicken Sie auf nachfolgende Links: 

Besitzer dieser Bilder ist Herr Armin Huck, 67433 Neustadt.